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Textilkennzeichnung neu geregelt



Nach fast zwei Jahren zähen Ringens haben sich die EU-Mitgliedstaaten, EU-Kommission und die Abgeordneten auf einen Kompromiss geeinigt. Die Textilkennzeichnung wird durch eine Richtlinie geregelt, die in den einzelnen EU-Ländern in nationales Recht umgesetzt. Die Verordnung gilt demgegenüber unmittelbar in den Mitgliedstaaten. Dadurch können Innovationen im Faserbereich schneller bei der Kennzeichnung berücksichtigt werden.

Dem Kompromiss vorausgegangen war eine heftige Debatte um die Aufnahme sachfremder Themen in die Vorschriften zur Textilkennzeichnung, die sich traditionell ausschließlich auf Angaben zum Rohstoffgehalt beziehen. Einige Europaabgeordnete hatten sich für die Verankerung einer verpflichtenden Ursprungsangabe in der neuen Verordnung stark gemacht. Darüber hinaus gab es Vorstöße zur Pflege- und Größenkennzeichnung sowie die Forderung, Textilprodukte mit Hinweisen zu allergenen Substanzen zu versehen. Nichts davon wurde durchgesetzt. Allerdings hat sich die EU-Kommission dazu verpflichtet, bis Herbst 2013 Studien vorzulegen, die sich mit vorgenannten Themen befassen. Die "Made in"-Diskussion ist ohnehin nicht vom Tisch: Nach wie vor wird in Brüssel um einen Verordnungsvorschlag zur verpflichtenden Ursprungskennzeichnung gerungen.

Die bisherigen Vorschriften zur Faserkennzeichnung sind weitestgehend in die neue Verordnung übernommen worden. Auf Drängen des Parlaments ist jedoch ein Hinweis anzubringen, falls ein Produkt "nicht-textile Bestandteile tierischen Ursprungs" enthält. Ob Besätze, Krägen oder Manschetten aus Echtpelz oder -leder sind, soll der Kunde in Zukunft schwarz auf weiß erfahren.

Neu geregelt sind die Schwellenwerte für die Kennzeichnung mit dem Sammelbegriff "Sonstige Fasern". Die bis dahin mögliche Kennzeichnung mit der Angabe "85% Mindestgehalt…" ist komplett entfallen. Stattdessen sollten folgenede Angaben gemacht werden: Eine Faserart, die bis zu 5 Prozent am Gesamtgewicht ausmacht, oder mehrere Faserarten, die es gemeinsam auf 15 Prozent Gewichtsanteil bringen, dürfen als "Sonstige Fasern" bezeichnet werden – sofern aus technischen Gründen keine nähere Spezifikation möglich ist.